Reiserückblick – 8. Konzertreise in die Toskana von 25.05.-31.05.06 –

 

Erster Tag: Donnerstag, den 25.05.2006:

 

Nach langer Vorbereitungszeit, in welcher unser Reisemanager Peter Bieg ALLES für eine wunderschöne, abwechslungsreiche und vor Allem im Ablauf reibungslose Konzertreise tat, war es an Christi Himmelfahrt endlich so weit! Die Frühaufsteher von Steinenbronn konnten ab ca. 4.30 Uhr einige müde Gestalten mit Gepäck gen Schafgartenstraße pilgern sehen. Ja, das waren sie, die Teilnehmer der Konzertreise in die Toskana.

Voller Reiselust wurden die Koffer in die beiden Busse verladen. Nachdem jeder ein geeignetes Plätzchen gefunden hatte, erhielten alle noch letzte Instruktionen vom Reisemanager. Achtung: Wer sich zu weit und zu lange von der Reisegruppe entfernte würde mit einem schrillen Trillerpfeifenpfiff verwarnt werden.

Dann ging es endlich los. Die Busse setzten sich mit Ziel Italien in Bewegung. Die Fahrt sollte über den Bodensee, Chur, San Bernardino, La Spezia direkt nach Montecatini Terme gehen.

Im Hegau – bei der ersten Rast – konnte man erstmals in vollem Maße erkennen, wer überhaupt alles bei dieser Reise teilnahm, da man am Morgen einige im anderen Bus sitzende Mitreisende bisher noch nicht zu Gesicht bekam. Zähfließdender Verkehr und überfüllte Rastplätze in der Schweiz ließ die Hoffnungen auf eine pünktliche Ankunft in Montecatini schwinden. Dies hielt jedoch niemanden davon ab das traditionelle „Brezel- und Landjägerfrühstück“ in Ruhe und mit Genuss einzunehmen. Letztendlich konnten mit 2 Stunden Verspätung (!) die Zimmer in den beiden Hotels bezogen werden. Das häusliche Einrichten mußte man jedoch auf später verschieben, da das Abendessen im Hotel Manzoni bereitstand.

Mit einem freudigen „Hallo“ wurden auch die privat angereisten Reiseteilnehmer begrüßt, die den Rest der Truppe natürlich schon sehnsüchtig erwarteten.

Da der Abend schon recht weit vorangeschritten war, wurde nach einem kleinen Absacker im Hotel oder in der Dorfbar bald an der Matratze gehorcht. Denn Tag 2 – mit Kirchenkonzert in Pistoia – sollte kommen.

 

Zweiter Tag: Freitag, den 26.05.2006:

 

Der zweite Tag begann in beiden Hotels mit einem leckeren Frühstücksbuffet, bei welchem auch selbstgemachte Kuchen nicht fehlten. Diejenigen, die vorsichtshalber die Dosenwurst von Böpples eingepackt hatten, konnten diese getrost für nächtliche Hungerattacken zurückhalten.

Um 10 Uhr starteten wir mit unseren beiden Busfahrern nach Florenz.

Nachdem auch dem Letzten der Reisegesellschaft klar war, daß man auf dem Parkplatz von „Firenze“ richtig war, wenn man Florenz besichtigen wollte, konnte die Stadtführung beginnen. Wer sich durch die Menschenmassen, die an diesem Tag Florenz besichtigten, nicht verwirren ließ, konnte die „Ponte Vecchio“, die Kirche „Santa Croce“ mit Fresken von Giotto, die „Piazza degli Signioria“ mit Kopie von Michelangelo´s David, die „Uffizien“ und vieles mehr bestaunen. Nach der Stadtführung blieb noch etwas Zeit um Florenz auf eigene Faust zu erkunden oder um ein Mittagessen einzunehmen.

 

Vor dem nächsten großen Event –das Kirchenkonzert in Pistoia – konnte sich die gesamte Reisegesellschaft bei einem Imbiss im Hotel stärken bevor es dann gegen 18 Uhr in die Kirche „San Bartolomeo“ in Pistoia ging. Bevor jedoch unser Direttore Patrick Bopp mit dem Einsingen und der Stellprobe beginnen konnte, wurden alle vom hiesigen Bürgermeister im historischen Gemeindezentrum (mit Umtrunk) empfangen.

Das Konzert wurde – für italienische Verhältnisse pünktlich – vom Gastgebenden Chor „Città di Pistoia“ eindrucksvoll eröffnet. Vor Allem das „Ave Maria“ begeisterte den Liederkranz. (Vielleicht wird der Stammchor dieses Stück einmal bei passender Gelegenheit vortragen – Seien Sie gespannt!)

Anschließend zeigte der Stammchor des Liederkranzes seine Qualitäten und eröffnete mit einem –bei dieser wunderbaren Akustik- bombastischen „Jauchzet dem Herrn“. Auch die Dvorak-Messe, die mit Unterstützung der Solisten Sophie Sauter (Sopran); Margret Hauser (Alt), Johannes Paleschke (Tenor) und Florian Löthe (Bass), vorgetragen wurde, kam sehr gut beim Publikum an. An der Orgel begleitete souverän Fabian Wöhrle.

Als drittes heizte der Chor Seven Eleven 44 mit seinen rhytmischen und klangvollen Stücken (z.B. aus Jesus Christ Superstar) kräftig ein.

Zum Abschluß und als Zugabe aller drei Chöre konnte das zahlreich anwesende Publikum dem italienischen Kommunionlied „Tu sei la mia vita“ lauschen.

Dieser phantastische Konzertabend klang mit einem Umtrunk, bei dem es an nichts fehlte, aus.

 

Dritter Tag: Samstag, 27.05.

 

Am dritten Tag konnten sich Alle ohne großartige „Verpflichtungen“ auf das abendliche weltliche Konzert vorbereiten. Der Vormittag stand zur freien Verfügung. Viele nutzten die Chance um gemütlich durch Montecatini zu schlendern. Dabei wurde natürlich auch schon nach passenden Mitbringseln für die Daheimgebliebenen gefahndet. Der Rest der „Gruppe Borgmann“ –wie wir im Hotel tituliert wurden- fuhr mit der Standseilbahn nach Montecatini Alto. Dieser malerische Ortsteil oben am Berg war sehr sehenswert. Besonders reizend war die Krippe, bei welcher man vom Sonnenaufgang bis zur Erscheinung des Kometen, musikalisch untermalt, den Tag von Christi Geburt miterleben konnte.

 

Nach der Probe beider Chöre, dem Mittagessen und der Siesta marschierten alle Reiseteilnehmer in den Park zur „Terme Tamerici“ wo in idyllischer Atmosphäre das zweite (Openair)Konzert stattfand. Da sich der Dirigent des gastgebenden Chores etwas verspätete, eröffnete diesmal der Stammchor mit dem „Zigeunerleben“, dem „Minnelied“ und dem „Landsknechtsständchen“ das Konzert. Danach folgte der Chor „Lorenzo Perosi“ aus Montecatini mit Liedern aus „Nabucco“ und „La Traviata“. Der Chor Seven Eleven 44 vollendete das abwechslungsreiche Programm mit Liedern wie „Tears in Heaven“, „Michelle“, „Can´t buy me love“, „Amezaliwa“ und „Azzurro“. Bevor alle Chöre gemeinsam das Lied „Va pensiero“ als Zugabe sangen, betrat der Stammchor mit „Chanson d´amour“, „The Alley Cat Song“ und dem „Trinklied“ aus „La Traviata“ nochmals die Bühne.

 

Die Zuhörer waren begeistert und sangen bei den italienischen Stücken lautstark mit. Da der Applaus nicht enden wollte, sangen alle Chöre zusammen nochmals „Azzurro“!

 

Das gelungene Konzert endete ebenfalls mit einem kleinen Umtrunk.

 

Die Stimmung auf dem Weg zurück ins Hotel war gut. So konnte ein herannahendes Brautpaar der Sangeslaune des Liederkranzes nicht entkommen. Das Paar war jedoch sehr gerührt, daß sie so spontan ein Ständchen gesungen bekamen.

 

Der Tag endete nach HP3 noch lange nicht....

 

Vierter Tag: Sonntag, 28.05.

 

Morgens halb 10 in Montecatini: Die Steinenbronner Reisegesellschaft machte sich auf den Weg nach Pisa. Auch hier warteten bereits drei Stadtführer auf uns. Daß man über den Schiefen Turm, den Dom und das Baptisterium nicht nur sterile Informationen erhalten konnte, zeigte uns Roberto – der etwas andere Reiseführer. Diejenigen, die von ihm geführt wurden kamen aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus.

Im Baptisterium –der Taufkapelle- konnte der gewaltige Nachhall live ausprobiert werden. Normalerweise sollte man darin mucksmäuschenstill sein, da Reisegruppen sonst wieder herauskomplimentiert werden. Aber natürlich bekam der Liederkranz eine Ausnahmegenehmigung. Nein, nicht zum „Schwätza“ – die restlichen Besucher konnten einer für diesen Platz angemessenen Gesangsdarbietung lauschen.

 

Nach Menschenmassen, sengender Hitze und viel Stein freuten sich Alle auf Viareggio. Der Nachmittag konnte mit einem erfrischenden Bad im Meer ausklingen. Diejenigen, die die 180%ige Strandauslastung nicht abschreckte (es war Sonntag in Italien!!), quetschten ihr Handtuch auf die letzten freien Sandkörner und ließen sich die Stimmung nicht verderben.

 

Der Tag klang –wie kann es anders sein- gemütlich im Hotel Manzoni aus.

 

Fünfter Tag: Montag, 29.05.

 

Auf dem Programm stand „Freizeit in San Gimignano“. Da freuten sich hauptsächlich die Damen. Klang dies nicht nach shoppen, shoppen, shoppen?

Das malerische Örtchen in Mitten der toskanischen Hügellandschaft lud tatsächlich zum Bummeln ein. Ob Olivenholzbretter, Wildschweinsalami, das beste Gelati der Welt; hier konnten die Reisesouveniers vervollständigt werden. Aber auch das Besteigen eines der 15 Türme (jedes Geschlecht baute aus Prestigegründen einen Turm; von insg. 72 stehen heute noch 15) war lohnenswert. Die tolle Aussicht entschädigte für alle Mühen beim Aufstieg.

 

 

Der Nachmittag des fünften Tages begann mit der Besichtigung von Siena. Gleich neben dem Treffpunkt an dem wir wie gewohnt in drei Gruppen für die Stadtführung aufgeteilt wurden, befand sich die Kirche „San Domenico“, die Station Eins der Führung darstellte. In dieser Kirche findet man die Reliquien der hl. Katharina von Siena.

Besonders sehenswert war der Dom, in welchem sich unter Anderem auch eine Skulptur von Michelangelo befindet. Zum Abschluß der Stadtführung sammelten wir uns auf der „Piazza del Campo“ – der wohl schönsten Piazza der Welt; wie Kenner behaupten. Im Innenhof des Rathauses sendete der Liederkranz einen musikalischen Gruß an Siena. Der Stammchor sang den „Irischen Segensgruß“, der Chor Seven Eleven 44 „Sing till the power“.

 

Das Abendessen nahmen wir im Weingut „Michi“ zu uns. Nach einer kleinen Führung durch das Gut konnte die Weinprobe beginnen. Bei Rot- und Weißwein, Pasta und italienischen Antipastiplatten ließen wir den ereignisreichen Tag fröhlich ausklingen.

 

Sechster Tag: Dienstag, 30.05.

 

Die Woche in der Toskana verging wie im Flug. Kaum einer konnte glauben, daß dies bereits der letzte Tag vor der Heimreise sein sollte. Ganz im Zeichen des gemütlichen Ausklingens bestand der Tag aus Freizeit. Am Morgen fuhren alle nach Lucca. Die letzte Chance für die Damen an italienische Mode zu Schnäppchenpreisen zu kommen. Es wurde spaziert, flaniert, besichtigt und natürlich geshoppt – und dies alles sehr erfolgreich!

 

Nach dem Mittagessen im Hotel nutzten alle, die noch nicht in Montecatini Alto waren, die Gelegenheit um ebenfalls die Standseilbahn dorthin auszuprobieren.

 

 

Gegen 19.30 Uhr sammelten sich die Teilnehmer der 8. Konzertreise im Hotel Manzoni zum Abschlußabend. Dieser begann mit einem Kerzenscheindinner mit toskanischen Spezialitäten. – Dies hört sich sehr romantisch an, das Essen unterschied sich letztendlich aber nur durch die Windlichter auf den Tischen von den restlichen Mahlzeiten.

Nach dem Essen spielte ein italienischer Alleinunterhalter auf. Dieser hatte jedoch einen schweren Stand. Nach „Azzurro“ –bei welchem natürlich alle Sängerinnen und Sänger lautstark mitsangen – verstummte die „Gruppe Borgmann“ schnell. Wer kennt schon die typischen italienischen „Fest- und Partylieder“ ? Und dann begannen auch schon die zahlreichen Showeinlagen, die sich einige ideenreiche Reiseteilnehmer einfallen ließen. Ab 24.00 Uhr übernahmen die Sängerinnen und Sänger des Liederkranzes mit der Begleitung von Maestro Patrick Bopp am Klavier die musikalischen Unterhaltung vollständig.

 

Nach einer kurzen Nacht sammelte sich die Steinenbronner Reisegesellschaft am anderen Morgen zur Rückfahrt nach Steinenbronn. Diese sollte allerdings viel länger als geplant ausfallen, da sich die Sperrung der Gotthard-Route stark auf den Heimweg auswirkte! So hatten alle Zeit, vier Stunden lang genauestens den San-Bernardino-Pass in Augenschein zu nehmen.

 

Am Donnerstag morgen um 1.30 Uhr hielten die beiden Busse endlich in der Schafgartenstraße.

 

Alle Teilnehmer waren sich einig, daß eine harmonische und gelungene Konzertreise hinter uns lag. Dies hatten wir nicht zuletzt unseren beiden Busfahrern, die uns sicher und souverän chauffierten, unserem Reisemanager Peter Bieg und der Fa. Borgmann, die die Reise bis ins Detail ausklügelten, Schwester Monika, die wie immer um unser aller Wohl besorgt war und für jedes Wehwehchen ein Mittel dabei hatte, unserem Dirigenten und unserem „Künstlerviertel“, die uns musikalisch bereicherten zu verdanken. Natürlich trug auch jeder einzelne Teilnehmer zum Gelingen der Reise bei. Uns verbleibt nur zu sagen: HERZLICHEN DANK AN ALLE ! SALUTE – BIS DÄNNE – bei der 9. Konzertreise!! (D.S.)