Auf hohem Niveau von Claudia Barner

Wer kurz entschlossen beim Steinenbronner Beerlesklopferball vorbei schauen wollte, hatte keine Chance. Schon eine Woche zuvor war die Faschingsveranstaltung des Liederkranzes ausverkauft. Jene, die eine Karte ergattert hatten, erlebten einen kunterbunten Mix aus launigen Einlagen, Musik, Tanz und Gesang.

 

Faschingsrufe wie "Helau" und "Alaaf" sind in Steinenbronn verpönt. Was ein richtiger Beerlesklopfer ist, der antwortet auf das lauthals intonierte "Beerle" mit einem handfesten "Klopf". Schließlich hat man eine Tradition zu wahren. So sollen sich einst die Bürger des Fleckens am Schönbuchrand mit dem Anbau von Wein versucht haben. Das Ergebnis der Ernte allerdings war der Legende nach derart zäh, dass nur mit Hilfe kräftiger Schläge den Beerle ein wenig Flüssigkeit zu entlocken war.

Ob die Geschichte stimmt? Das weiß heute niemand mehr so genau. Zumindest wird sie von Generation zu Generation überliefert. Auch Dank des rührigen Gesangvereins, der seine Faschingsveranstaltung seit nunmehr 33 Jahren unter diesem Namen führt. Längst haben sich die stimmungsvollen Auftritte der Sänger und Sängerinnen etabliert. Rund 220 Gäste bestätigen auch in diesem Jahr: Der Beerlesklopferball im Bürgerhaus steht für Spaß auf hohem Niveau.

Dorfklatsch

Katrin Lesemann ist seit vielen Jahren mit von der Partie, wenn es darum geht, Stimmung auf die Bühne des Bürgersaals zu bringen. Gemeinsam mit Dominique Strobel taucht sie ein in die Welt von "Hertha und Gerda", die mit dem neuesten Dorfklatsch das Publikum unterhalten. Da wird die Garderobe der Burger-King (Bürgermeister) Gattin beim Neujahrsempfang ebenso auf die Schippe genommen, wie die Abwesenheit des stellvertretenden Bürgermeisters: "Vielleicht braucht sein Führerschein grad' wieder Urlaub in Flensburg".

"Wir haben wieder ein tolles Programm auf die Beine gestellt", freut sich Vereinschef Friedhelm Hagen. Das ist in der Tat eine Leistung, wenn man bedenkt, dass bis kurz vor Weihnachten noch niemand wusste, was genau denn nun auf die Bühne gebracht werden sollte. "Das ist normal. Wir brauchen den Druck", erzählt Katrin Lesemann.