Leider hatten wir nur die kopierten Bilder aus dem Gemeindeblatt zur Verfügung. Wer Bilder, die er geschossen hat, wiederkennt, soll doch bitte sein Original bei Gelegenheit zur Chorprobe mitbringen!! Danke

 

Pfingstmontag, den 20.5.2002

 

Endlich war es so weit, das Warten hatte ein Ende. Morgens um 5.30 Uhr trafen nach und nach immer mehr müde Gesangsverein-Gestalten beim Feuerwehrhaus ein. Alles wartete auf den Startschuss in Richtung Tschechien, denn schließlich hatte uns unser Reisemanager Peter Bieg mehrmals eingeschärft, "Punkt 6 Uhr wollen wir abfahren!" Nach der turbulenten Sitzverteilung fand jeder ein geeignetes Plätzchen und ausgerüstet mit Landjägern und frischen Brezeln starteten wir pünktlich zu unserer 7. Konzertreise.

Nach der ersten Vesperrunde gingen unsere Marketenderinnen mit Silbertablett und Gläschen bewaffnet an die Verteilung des Verdauungsschnapses der Küferei Fischer. Anlässlich des Geburtstages von Herrmann Fischer hatte dieser uns das gute Tröpfle zu dieser Reise spendiert. Dem Anlass gebührend genossen wir es mit einem "Prost Herrmann, uf dei Spezielles!" Unsere erste große Rast legten wir dann auch in der Nähe von Ansbach auf einem Bauernrasthof ein. Dort gab es zum Leidwesen unserer Girls zwar keinen Red Bull zu kaufen aber rote Bullen und Dinkelkissen für die "älteren" bedürftigen Jahrgänge allemal. Weiter ging es dann in Richtung Bayreuth über Bad Berneck nach Schirnding zum Grenzübergang in die Tschechei. Nach Abwicklung der Grenzformalitäten führte uns unser Weg weiter über Cheb nach Karlsbad, wo an einer ARAL Tankstelle unsere flotte, 77 -jährige Reiseleiterin Julia Preisova zu uns stieß. Gegen 12 Uhr trafen wir in Karlsbad ein. Die eine Hälfte ging in Bad.!11 zum ersten typischen tschechischen Mittagessen, die andere Hälfte genoss Karlsbader Oblaten, das Heilwasser und den Charme des berühmtesten Kurbades von Tschechien.

Dass Karlsbad in Böhmen und Böhmen im Herzen des Kontinents liegt, spielte gewiss auch eine Rolle, ausschlaggebender für die Entwicklung zu einem der berühmtesten Kurorte Europas dürften aber die zwölf 40 bis 73° C warmen Heilquellen, das milde Klima und die herrliche Lage in den lieblichen Ausläufern des Schiaggenwaldes gewesen sein. Auf den Spuren Kaiser Karl des IV starteten wir mit Reiseleiterin Julia gegen 13.30 Uhr zu unserer ersten Stadtführung. Gleich zu Beginn durften beide Chöre mit "Da unten im Tale" und "It's a me" unter den Mühlbrunn-Kolonnaden zum erstenmal die gesanglichen Qualitäten unter Beweis stellen.

Weiter ging es entlang der Teplá zu den Marktkolonnaden und den Sprudelkolonnaden, wobei viele mit der typischen Karlsbader Schnabeltasse die verschiedenen Wasserquellen austesteten. Wir kurten also auf böhmisch und hatten somit einen gelungenen und gesunden Start in die Woche.

Gegen 16 Uhr führte uns unser Weg über Lubenec - Stochov - Hostivice nach Prag. Das Hotel Globus wartete bereits auf uns und das Verteilen der Zimmer ging zügig voran. Jeder hatte gemütlich Zeit sich einzurichten und frisch zu machen. Die 'kleinen" technischen Mängel auf den Zimmern schreckten einen richtigen schwäbischen Weltenbummler nicht. Bewaffnet mit Taschenmesser und Co. wurde so manche Lampe, so mancher Adapter und so mancher Duschkopf verbessert und unseren Bedürfnissen angepasst.

 

Zum Abendessen gab es einen tschechischen Vorspeisenteller und dann wilde Kartoffeln mit Fleisch und Krautsalat (für den richtigen Schwaben mit zu wenig Soße) und zum Nachtisch 'Kuchen mit Creme'. Danach war endlich Freizeit für die müden Reisenden angesagt und in der Hotelbar kam nun der nette Barkeeper in Stress. Die "last order" gegen 23 Uhr wurde von den meisten bereits im Hotelbett begangen. Der erste TAG!

 

Dienstag, den 21.05.2002

 

Schon ab 7 Uhr konnte das Frühstücksbuffet geplündert wer den, da aber die Abfahrt in Richtung Prag erst für 9 Uhr geplant war, hatten die Frühaufsteher japanische Tischnachbarn. Auch unser Geburtstagskind Steffi (I) gehörte nicht zu den ersten Frühstücksgängern und wurde somit auch erst am Bus von allen musikalisch beglückwünscht. Pünktlich um 9 Uhr starteten wir gen Prag City und Julia wusste zu jeder Hausecke etwas zu berichten. Selbst Klatsch und Tratsch über Karl Gott und seine Amöbchen??? wurden auf der fahrt zum Hradschin nicht ausgelassen.

Die Prager Burg war somit der Beginn eines langen Marsches, der Beginn von "Prag in 5 Stunden", Die Gospel-Girls starteten ihre Tour auch gleich am Wachhaus der Burg mit dem vergeblichen Versuch den Wachsoldaten von seiner Starre zu erlösen.

 

Es wurde immer heißer! Kühlung für die hitzigen Häupter brachte der Besuch des Veitsdomes, des größten und eindrucksvollsten Kirchenbaus in Prag.

 

 

Foto: Peter Bieg

 

 

Der Veitsdom ist nur allein durch seine Größe und die verschiedensten Seitenkapellen so beeindruckend, sondern auch durch die Vereinigung der verschiedenen Baustile zwischen Baubeginn 1344 und offizieller Vollendung 1929. Jeder Sänger würde gerne einmal in solch einer Kathedrale singen. Da uns dies aber nicht möglich war, sangen wir gleich Im Dritten Burghof den "Irischen Segensspruch". Unser Dirigent wurde zwar etwas zu unserem und seinem Glück gezwungen, da aber dieses Lied nicht nur den Mitgliedern des Stammchores sondern auch den Gosplern Freude bereitete, waren anschließend alle zufrieden. Schnurstracks führte uns Julia in Richtung goldenes Gässchen, wo die ersten Souvenirs zu erhaschen waren. Viel zu kurz war das Gässchen und die Zeit die uns Julia zur freien Verfügung offen ließ.

Die Wachsoldaten an der Bastei waren übrigens nicht immun gegen den Charme der Gospel-Girls, aber leider war die "Presse" zur Bild-Dokumentation nicht rechtzeitig zur Stelle. Vorne, am Palais Waldenstein und der Barockkirche St. Niklas führte uns unser Weg zur Karlsbrücke. Zwischen Altstadt und Kleinseite vermittelt die berühmte sechzehnbogige "Karluvmost" Die 520 m lange und 10m breite Moldaubrücke ist die älteste in Prag. Die Karlsbrücke ist heute allein Fußgängern vorbehalten, denen Straßenmusikanten aufspielen und fliegende Händler Souvenirs anbieten. Ihre malerische Wirkung verdankt die Karlsbrücke vor allem dem reichen Skulpturenschmuck, an dem seit dem 17. Jh. verschiedene Künstler gearbeitet haben. In der Mitte der Brücke, auf der rechten Seite, steht das 1683 in Nürnberg gegossene Bronzestandbild des heiligen Nepomuk. Zu dessen Füßen befindet sich eine Bronzeplatte bei deren Berührung jeder Wunsch in Erfüllung gehen soll. Natürlich wurde dies von uns kräftig in Anspruch genommen, wobei man sagen muss, dass nicht nur durch unsere Bemühungen die Platte so glänzend im Sonnenlicht strahlte. Übrigens, ein Ende der Führung war noch nicht in Sicht.

Durch die verwinkelten Gassen der Altstadt führte uns Julia über den Rathausplatz mit seiner Astro-Uhr zum Wenzelplatz, ohne das jüdische Viertel auch nur erwähnt zu haben. Um 13.30 Uhr wurden wir in eine Stunde Freizeit entlassen. Diese Freizeit war angefüllt mit Souvenirsuche, hastigem Mittagssnack und kurzem Beinausstrecken in einem der vielen Straßencafes. in die wir bis dahin nur sehnsüchtig geblickt hatten.

Ziemlich ausgepowert kamen wir in unserem Hotel an, wo der erste Probenmarathon begann. "Die Jungen" starteten den Reigen um 15.45 Uhr und wurden vom Stammchor pünktlich um 16.45 Uhr abgelöst. Die erste komplette Probe mit den Solisten ging bis exakt um 18.27 Uhr und wurde von unserem Dirigenten Patrick Bopp musikalisch mit einem von Haydn angehauchten "Guten Appetit" beendet. Beim anschließenden Abendessen um 18.30 Uhr schieden sich die Geister. War das Hauptgericht nun Huhn oder Schwein? Dass der Krautsalat Krautsalat und der Kuchen Kuchen waren, stand für alle zweifelsfrei fest. Das Abendprogramm konnte je nach Fitness frei gestaltet werden. Unser Busfahrer Hubert fuhr mit einigen Unzerstörbaren noch in die Stadt zurück. Prag "by Night" mit Feuerwerk an der Karlsbrücke und romantischen Gässchen und Kneipen. Die letzte Bustour um 22.30 Uhr brachte fast alle wieder kurz vor 23 Uhr ins Hotel zurück. Nur die Solotruppe nutzte die Gelegenheit zum längeren Verweilen und kundschaftete das Prager Metrosystem zur Rückfahrt aus. Die "Hotelgebliebenen" erfreuten den jungen Mann an der Hotelbar mit ihrer Anwesenheit. Dieser Schlummertrunk war wohl der gemütlichste Ausklang eines stressigen Tages. Der zweite Tag!

 

Mittwoch, den 22.5.

 

Jedes Schulkind in Tschechien und zwei Drittel von uns kennen die Burg Karlstein, denn schließlich ist die majestätisch auf einem bewaldeten Kalkfelsen thronende, uneinnehmbar scheinende Festung die berühmteste Burg Böhmens, ja ganz Tschechiens und - wie nicht anders zu erwarten - ein Besuchermagnet in Böhmen. Wir starteten um 8.15 Uhr in Richtung Burg Karlstein und kamen dort ca. eine Stunde später an. Leider durften wir die dortigen Pferdekutschen nicht benutzen, sondern mussten mit Sammeltaxis fahren. Die Führung durch die Räumlichkeiten der Burg wurde leider nicht durch unsere eigene Reiseleiterin Julia durchgeführt. Der leider schwache Ersatz führte uns an div. Kopien und verschlossenen Räumlichkeiten, z.B. die Nikolauskapelle (Ende der Renovierungsarbeiten Im Sommer 2002) vorbei.

Nach Ende der Führung gingen wir durch ein idyllisches Wäldchen und das Souvenir-Paradies Karlstein zurück zum Busparkplatz. Leider hatten sich einige etwas verbummelt und wir konnten erst verspätet abfahren. Bei der Ankunft am Hotel wartete schon die Vorspeise, die Knödel mit Wurst, Fleisch und Sauerkraut (kurz tschechische Schlachtplatte und das bei 28° C) und der obligatorische Kuchen auf uns. Durch div. Verspätungen war dies unsere Einstimmung fürs Kirchen-Konzert in Kladno. Unsere Reise führte uns in Richtung Hosbvice und weiter über Lidice nach Kladno. Nach unserer Ankunft fand in der Kirche von Kladno eine kurze Stellprobe und Einsingen beider Chöre statt.

 

Pünktlich um 18 Uhr begann das geistliche Konzert unserer Tschechienreise. Mit Felix Mendelsson-BarthoIdy. Anton Bruckner und Joseph Haydn startete der Stammchor des Liederkranzes Steinenbronn 1889 e.V. das Kirchenkonzert in Klad no. Die mitgereisten "Solisté" Constanze Danek (Sopran), Margret Hauser (Alt), Florian Löthe (Bariton) und Matthias Hiller an der Orgel rundeten die Gesamtdarbietungen des Chores erstklassig ab, so dass es für alle eine wahre Freude war, in dieser schönen Kirche singen zu dürfen.

 

Im Anschluss zeigte der Frauenchor von Kladno unter anderem mit Bedrich Smetana, was er zu bieten hatte. Glasklare Frauenstimmen. unterstützt von einem Bass und zwei Tenören, bezauberten das Publikum mit einer Messe von Zdenek Lukas. Die Noten hat sich unser Dirigent schon sehr genau angeschaut. Mal sehen, ob wir diese Messe auch bald präsentiert bekommen.

 

Der Chor SEVEN ELEVEN 44 sorgte im Anschluss nicht nur mit Andrew Lloyd Webber für gute Stimmung in der Kirche. Mi1 "Oh happy day" als Zugabe verabschiedeten wir uns musikalisch vom tschechischen Publikum in Kladno.

Das Kickerspiel in unserem provisorischen Umkleideraum war vor div. 'Kindsköpfen" nach dem Konzert nicht mehr sicher. Die gesamte Spannung entlud sich in der heißesten Kickerpartie des Jahres.

Im Anschluss daran folgte ein gemütliches Beisammensein, wo es zu vielen interessanten Gesprächen mit unseren Gastgebern kam. Wir starteten hier im Kleinen die Vorbereitung auf Europa musikalisch wie sprachlich. Nach einem guten Abendessen waren alle so weit gestärkt, dass es zum Sängerwettstreit zwischen den einzelnen Chören kommen musste! Viel zu schnell war auch dieser Abend zu Ende und Hubert kutschierte uns zurück ins Hotel. Einige unzerstörbare Geister ließen sich gar noch in Prag City abliefern, andere ließen den Abend in der Hotelbar ausklingen. Die meisten aber gingen auf ihre Zimmer, um am nächsten Tag für neue Schandtaten bereit zu sein. Der Dritte Tag!

 

Donnerstag, 23.5.

 

Das Frühstück wartete an diesem Morgen auch schon um 7 Uhr auf die ersten Gäste. Auf uns musste an diesem Tage aber auch nicht zu lange gewartet werden, da wir heute schon um 9 Uhr in Richtung Brno aufbrechen sollten. Um 8:45 Uhr war Stellprobe am Bus mit anschließender Gepäckverladung.

 

 

Durch gutes Timing konnten wir pünktlich in den schönen Morgen starten. Unsere Reise führte uns über die Autobahn in Richtung Bmo/Bratistava bis zur Abfahrt Brno Zentrum. Reiseleiterin Julia führte den Bus mit traumwandlerischer Sicherheit durchs Zentrum in Richtung Best Western Hotel International Brno. Auch hier war die Zimmerverteilung generalstabsmäßig geplant und ohne größere Unstimmigkeiten versorgte uns Julchen mit unseren Zimmern. Das Mittagessen wurde auch gleich nach der Ankunft gemeinsam im Hotel eingenommen. Ein gutes Süppchen, Fleisch mit Knödel und viel Soße und einen erstklassigen Kuchen hatte man für uns vorbereitet. Der Spruch: 'Nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritte tun!' wurde von uns abgeändert in: '...oder tausend Töne tun!' Der Gospelchor probte von 14 bis 15 Uhr und wurde pünktlich um 15 Uhr durch den Stammchor abgelöst. Da es schließlich das weltliche Programm für den Freitag zu proben galt und wir mit unseren Solisten noch keinen Ton in diese Richtung verloren hatten, reichte die angesetzte Zeit bis 16 Uhr nicht aus. Unser Dirigent hatte auch seine liebe Mühe, die richtige Stimmung für das 'Zigeunerleben" und "die Blume von Hawaii" bei uns zu wecken. Mit halbstündiger Verspätung trafen wir die Gospler und unseren Fanclub bereits in der Halle an. Sie warteten gemeinsam mit unserer Reiseleiterin auf den "pünktlichen" Aufbruch zur Stadtführung. Es schlug 17:15 Uhr als die ganze Meute in Richtung Peter und Paul Kirche geführt wurde. Bmo, die Hauptstadt von Mähren und zweitgrößte Stadt der Tschechischen Republik ist eine Industriestadt, aber auch eine Kulturmetropole mit einigen interessanten Sehenswürdigkeiten, mehreren Theatern und vielen Museen. Industrie und Handel haben in Bmo auch eine sehr lange Tradition. Das "mährische Manchester' wurde uns von Julia auf einem Stadtrundgang näher gebracht. Vor allem wegen der Aussicht auf die Stadt lohnt sich der Weg auf den Petersberg, den wir als erstes zu erklimmen hatten. Belohnt wurden wir durch die tolle Aussicht auf die Stadt und den kurzen Blick in den Dom St. Peter und Paul, der im 15 Jh. im gotischen Stil errichtet wurde. Nach der Belagerung durch die Schweden im Jahre 1645 wurde der Dom im Barockstil erneuert. Sehenswert ist vor allem eine Madonna aus der Zeit um 1300 und der Kreuzgang. In diesem Dom mit seiner langen Geschichte gibt es einen Kreuzweg, welcher zur einen Hälfte aus den Fünfzigern und zur anderen Hälfte aus den Siebzigen stammen dürfte. Vorbei am Mährischen Landesmuseum stiegen wir eine steile Treppe auf den Krautmarkt hinab.

Der tägliche Obst- und Gemüsemarkt war bis auf kleine Reste bereits abgebaut, so dass der Parnass-Brunnen aus dem 17 Jh. voll zur Geltung kam. Durch stimmungsvolle Gässchen ging es vorbei am Rathaus mit seinem außergewöhnlichen Portal und seinem Krokodil zum Freiheitsplatz. Auf keinem anderen Platz in Brno findet man so viele Stilepochen, Straßencafes und - Restaurants vereint. Der richtige Platz, um die Stadtführung zu beenden und mit der Freizeit zu beginnen. Nach dem vergeblichen Versuch fast alle in dem "berühmten" Bierkeller von Brno unterzubringen, trennten wir uns endgültig und trafen uns dann doch wieder - Bmo ist eben doch keine richtige Großstadt. Beim Italiener oder in der Bierkneipe im Freien. In der hoteleigenen Disko, überall nur Steinenbronner. Es sollte der letzte richtig sonnige und warme Tag in Tschechien sein Der vierte Tag!

 

Freitag. den 24.5.

 

Wenn man es genau nimmt, begann dieser Tag schon um 0 Uhr. Der harte Kern feierte nämlich zu diesem Zeitpunkt in der Hoteldisco in den Geburtstag von Steffi (II) hinein.

 

Schon um 8.30 Uhr starteten wir nach einem erstklassigen Frühstück in Richtung Macocha Höhlen. Durch das wolkenverhangene Wetter ließen wir uns aber die Stimmung nicht verderben.

 

Mit dem Ökozügle fuhren wir ca. 15 Minuten vom Parkplatz aus zum Eingang der Höhlen.

 

Eine ruckartige Anhebung der Devon-Kalkplatte hat die unterirdischen Flüsse, Seen, Höhlen und Schluchten hervorgebracht. Kaum ein Zehntel davon ist bisher erforscht, doch das was man heute bereits besichtigen kann ist sensationell. Zu Fuß und mit dem Boot durften wir die Höhlen "erforschen". Natürlich musste auch auf diesem Ausflug Platz für ein Lied sein. Unsere Notenwarte hatten "Herr deine Güte" für diesen Anlass eingepackt. In der Macocha Schlucht fanden wir dann die beeindruckende Kulisse und die entsprechende Akustik für unser "Konzert" Für den Chor SEVEN ELEVEN 44 war allerdings nur Zeit für den "Jingle" den "Quickly" brachte uns unsere Höhlenführerin weiter durch das einzigartige Naturschauspiel. Die abschließende Bootsfahrt auf dem unterirdischen Fluss brachte noch abenteuerliche Würze in unsere Reise.

Bei unserer Rückkehr ins Hotel wartete bereits eine Blumenkohlsuppe, gebratenes Hähnchen mit Kartoffeln und wieder ein klasse Kuchenstückle auf uns. Eine Tasse Kaffee dazu und wir hatten genau das 'Richtige' gegessen, um die anschließende Generalprobe beider Chöre 'frisch" und "beschwingt" zu absolvieren. Nach dem Nachsitzen unserer Männer starteten wir pünktlich in Richtung Letovice.

Unser Weg führte uns aus Brno hinaus über Lipuvca, Cema Hora und Svitavka nach Letovicc zu unseren dortigen Sangesfreunden. Auf der Bühne des Kulturhauses ging es dann ziemlich eng her. Für Noten, Mann und Maus war kaum genug Platz, so dass wir unter den sengenden Scheinwerfern nur eine kurze Stellprobe und ein kurzes Einsingen durchführten.

 

Auch an diesem Abend begann unser Stammchor das weltliche Konzert. Mit Liedern wie "Zigeunerleben" von Schumann und dem großen Potpourri "Blume von Hawaii" begeisterten wir das Publikum.

Durch die Vielfalt - Chormusik und erstklassiger Soloeinlagen - hatten wir das Publikum bald auf unserer Seite. Wir hatten zwar nicht Nicole Kidmann und Robbie Williams oder gar Frank Sinatra mit "Somethin Stupid" auf der Bühne stehen, aber Margret Hauser (Altsolistin - nicht zu verwechseln mit unserer Margarete Hauser) und Florian Löthe (Baritonsolist) hatten das Publikum mindestens genauso im Griff. Nach dieser Einlage wusste endlich auch der gesamte Bus - die gehören zusammen. Beim anschließenden "Strangers in the Night" brillierte allerdings nicht nur Florian Löthe - so mancher Bass im Stammchor konnte sich hier richtig ausleben.

 

Der gemischte Chor der Gastgeber startete mit einem kleinen Ensemble unter der Leitung eines jungen Dirigenten. Es wurde hier eindeutig der Beweis angetreten - klein aber OHO. Der Vorhang schloss sich auch nur kurz .

Und unter großen AHs und OHs erschien die Bühne randvoll gefüllt mit dem Stammchor aus Letovice. Neben Verdis 'Nabucco" und Lieder von Bedrich Smetana hörten wir auch den Zottelmarsch "Süße Liebe liebt den Mai".

 

Der Chor SEVEN ELEVEN 44 bildete auch an diesem Abend den Abschluss unter der Leitung von "Shormistr" Patrick Bopp, der auch gleichzeitig das "Klavier" wie ein wahrer Showmaster bediente. Mit "Tears in Heaven", "What's the Buzz" und "Adiemus" brachten wir Stimmung in den Saal.

Unser Chef hatte mit der anschießenden Manöverkritik auch recht "Wenn ihr frei und ohne Noten singt grooft das ganze erst richtig"' Aber auch unsere vereinseigene Soltstin Pamela Fuderer ließ es bei "Ride the Chariot" und "Moonlight Shadow" so richtig groofen. Bei der Zugabe "Oh Happy Day" sang und klatschte auch das tschechische Publikum begeistert mit. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein machten drei der Sänger aus Letovice typisch böhmische Stimmungsmusik, die nur wenige auf Ihren Stühlen ruhig sitzen ließ. Viel zu früh ging auch dieser gemeinsame Abend zu Ende, aber soll man nicht gehen, wenn es am schönsten ist? Einige Unverwüstliche besuchten, zurück zum Hotel, die "Oldie Party" Oldie übrigens nicht deshalb, weil von 16 bis 59 alle Altersklassen vertreten waren. Der fünfte Tag

 

Samstag, den 25.5.

 

Ausschlafen. Shopping und Sight Seeing waren angesagt. Bis 13.30 Uhr war kein Programm geplant und bis dahin machte jeder auf seine Art die Stadt Bmo unsicher. Der Nachmittag wich dann etwas vom eigentlich geplanten Programm ab. Die versprochene individuelle Folkloredarbietung zzgl. Weinprobe wurde in ein Folklorefestival umgemünzt. An diesem Samstag trafen sich in Straznice (ca. 45 Minuten von Brno entfernt) mehrere Musikensembles und Trachtengruppen auf einer Freilichtbühne umgeben von kleinen Winzerkellern. Wir konnten uns direkt unter die Einheimischen und die Trachtengruppen mischen und hautnah ein Stück echter tschechischer Folklore erleben. Die Kostüme waren in ihrer Farbgebung und vor allem in ihren Schnitten recht individuell anzuschauen und wir hätten dort noch viel mehr Zeit verbringen können. Aber Julia drängte uns in Richtung Brno, schließlich mussten wir einiges im Hotel noch einsammeln und dann zum Abschlussabend entschwinden.

 

In den Brünner Weinkatakomben wurde uns ein kalt-warmes Bufett aufgetischt und mit div. guten Tröpfchen Wein starteten wir gutgelaunt in den Abend. Leider war die Akustik in diesen Katakomben nicht die Beste und deshalb Gesangseinlagen für manche zu kurz. Aber das, was gesungen wurde,

erfreute Jung und Alt und bildete einen schönen musikalischen Abschluss in Brno.

 

Einige ganz und gar unverwüstliche Liederkränzler gingen nach der Rückkehr ins Hotel nochmals in die Disco. Da an diesem Abend kein spezielles Musikprogramm geplant war. fanden die CDs unserer Chearleader großen Anklang. Die Girls geizten auch nicht mit div. Schritten und nach einigem Hin und Her hatte Patrick sich den neuesten Diskoschritt angeeignet.

 

 

Sonntag, den 26.5.

 

letzte Stellprobe vor dem Bus mit Gepäck und leichtem Nieselregen pünktlich um 8 Uhr. Von Brno fuhren wir wieder zurück nach Prag, wo wir unsere Reiseleiterin Julia am Omnibusbahnhof zurücklassen mussten. Sie konnte von dort aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in ihre Prager Wohnung fahren und wir mussten uns nicht mit dem Bus durch die ganze Innenstadt quälen. Unsere Fahrt führte uns weiter in Richtung Pilsen, und da es draußen leicht vor sich hinregnete schlief so mancher den Schlaf des Gerechten.

 

 

 

 

In Pilsen wurden uns dann nochmals zum Abschluss typische Gerichte aus Tschechien angeboten. Im Großen und Ganzen. Knödel mit Fleisch und Soße und dazu ein typisches Bier nach Pilsner Brauart. Gestärkt durch dieses Bier nahmen wir vor der Brauerei zum abschließenden Gruppenbild Aufstellung. Ob dieses Bild aber nun alle Mitreisenden zeigt, wer weiß?

Auf der Rückfahrt ließ der Regen nach und die Sonne strahlte hinter den Wolken hervor. Aber nicht nur die Sonne sorgte für gute Stimmung Im Bus ..,Zum Schluss Danke unserem Reiseorganisator Peter Bieg, ohne dessen Einsatz und Vorbereitung die 7. Konzertreise sicherlich nicht so erfolgreich geworden wäre. Danke an alle, dass wir gemeinsam mit beiden Chören eine solch harmonische Reise erleben durften. Stellvertretend seien hier nur einige wenige namentlich erwähnt: Schwester Monika, die Solotruppe, die flotten Marketenderinnen, die Bonbons- Doris, Dieter den Herrn der flüssigen Herrlichkeiten. Ritter Phillip für seinen Charme und seinen 100 %igen Kroneneinsatz zur Rettung der holden Weiblichkeit, die Teetanten, unsere Schlachtenbummler, die charmanten Handtaschenhalter, unser strenges Julchen und den witzsprudelnden Busfahrer Hubert, der uns wieder gesund nach Hause kutschiert hat (K.S.).