Im Jahr 1894 kaufte der Verein bei der Firma Adam in Stuttgart seine Fahne. Die hierfür nötige Summe von 425,- Goldmark in bar wurde durch Stiftungen der Sänger und Spenden der Einwohnerschaft aufgebracht. Nach Fertigstellung der Fahne im Sommer 1895 hielt der Verein seine Fahnenweihe unter Beteiligung der Nachbarvereine Waldenbuch, Musberg, Plattenhardt, Weil im Schönbuch, Böblingen und Dettenhausen.

 

Diese Fahnenweihe wird als erstes großes Fest in Steinenbronn geschildert. Den dem Festzug vorausreitenden Festreitern folgten die Festdamen mit der zu weihenden, noch verhüllten Fahne und die aufgezählten Vereine, gefolgt von der fast gesamten Einwohnerschaft zum Festplatz im Garten des Karl Schuldt, Küfer. Als ersten Punkt des Programms sang der Liederkranz den Begrüßungschor

 

»Frischauf nun Sängerherz schwing dich empor

und eile die Brüder zu grüßen,

die froh vereint zum festlichen Chor

das neue Panier zu begrüßen. . .«

 

Es kann nicht einwandfrei festgestellt werden, wer die als zweiten Programmpunkt des Festes gehaltene Festrede hielt. Die genaue Definition ergab, dass sie entweder von Lehrer Schuster oder Lehrer Titus gehalten wurde.

Wie dem Chronisten von den noch lebenden alten Sängern schmunzelnd berichtet wurde, sei es auf dem Fest »hoch hergegangen« und das Singen auf mancherlei Art habe bis in die späte Nacht hinein gedauert. Auf besonders freimütige Art hätten die Dettenhauser Sängerkameraden zum Gaudium beigetragen, da sie als »Gerstenkinder« einen Gerstenkolben als Abzeichen ihres Heimatorts am Hute trugen.

 

So war damals unsere heute noch mit Stolz getragene Fahne auf ernste und heitere Art geweiht worden. Wie manchesmal diente sie bei Festen und Festzügen dem Verein als sein Symbol unter dem er sich jahraus- jahrein in treuer Sängerkameradschaft zusammenscharte...

 

. . . Sinnbild des erstrebten Ideals sollte sie sein und getreu dem in ihr reich geschmücktes Tuch eingestickten Wahlspruch: »Sind wir von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede« hat sie zu allen Zeiten den Sinn und Zweck ihrer symbolischen Aufgabe erfüllt.

 

(Auszug aus der Chronik)