Das Wochenende nach Himmelfahrt war für die Sängerinnen und Sänger der VoicES und des Projektchors des Liederkranzes Steinenbronn geprägt durch das Messias Oratorium von Georg Friedrich Händel. Mit Constanze Daneck, Patrick Bopp und dem Collegium Instrumentale Stuttgart wurden die Auftritte 

 am 15.Mai in der Katholischen Kirche in Steinenbronn

 am 16.Mai im Münster St.Paul in Esslingen

 ein bombastischer Augen- und vor allem Ohrenschmaus. Das Ergebnis konnte sich wahrlich sehen lassen.

Heilig Geist Kirche Steinenbronn
Münster St. Paul Esslingen

In nicht ganz 2 Stunden wurden die Konzertbesucher durch eine gekürzte Fassung des Dreiteiligen Händel-Oratoriums durch das Leben und Leiden des Messias geführt. Der Gesamtchor mit über 100 Sängerinnen und Sängern, großem Orchester und 5 Gesangssolisten entführte die Anwesenden ins  Reich der Musik.

 Die beiden musikalischen Leiter Constanze Daneck und Patrick Bopp haben es verstanden, in mühevoller Kleinarbeit über die letzten 2 Jahre hinweg genau die richtigen Stücke  und vor allem die richtigen Akteure an diesen Abenden zusammenzubringen.

 Die Veranstaltungsorte jedoch konnten nicht unterschiedlicher sein und hatten jeder seinen ganz eigenen Charme.  Die  akustischen Unterschiede der beiden Kirchen verlangten den Akteuren einiges ab,  gaben aber somit dem Messias Oratorium jeweils ein anderes Gesicht. Die Heilig Geist Kirche in Steinenbronn besticht durch ihre Klarheit und „herbe Schönheit“ der späten 60iger . Das Münster St. Paul in Esslingen ist eine klassische frühgotische Dominikanerkirche. Jede Aufführung bot somit mit Ihrer Akustik ein ganz anderes Hörerlebnis.

 Ein leicht wehmütiger Gedanke bleibt im Raum stehen

WAS  KOMMT NACH SO EINEM PROJEKT ?

WAS KOMMT NACH 2 JAHREN „HARTER“ PROBENARBEIT ?

 die  Zukunft wird es zeigen und die Projekte gehen uns nicht aus. Mehr hierzu immer aktuell im Blättle oder schon heute im Terminplan auf unserer Homepage.

 Wir Sängerinnen und Sänger vom Liederkranz Steinenbronn wollen uns auf alle Fälle bei allen Mitwirkenden bedanken. Bei den VoicES aus Esslingen und ihrer Chorleiterin Constanze – vielleicht bietet sich mal wieder die Gelegenheit ein großes Projekt gemeinsam zu stemmen. Danke auch an unseren Dirigenten Patrick Bopp, die Musiker des Orchesters aus Stuttgart und Ulm und die Solisten die zum Teil auch kurzfristig eingesprungen sind. Nicht zu vergessen sind unsere „PROJEKTSÄNGERINNEN und SÄNGER“ die wir sehr gerne nach Händels Messias in unseren Reihen aufnehmen und behalten wollen. 

 VIELEN DANK zum Schluss an diejenigen ohne die alles nicht möglich gewesen wäre - an alle GROSSEN und KLEINEN Besucher, Fans und solche die es noch werden wollen (K.L.).

Artikel der Kreiszeitung Böblingen

Musikalisches Klang- und Gefühlserlebnis erster Güte
Gesamtchor des Liederkranzes Steinenbronn und VoicES aus
Esslingen führen Händels Messias auf

Von Sylvia Erben

STEINENBRONN. Einfühlsame Melodien und ausdrucksvolle Klangteppiche hallten am Samstagabend durch die voll besetzte Heilig Geist Kirche in Steinenbronn. Dort wagte sich ein über 100 Köpfe starker Projektchor des örtlichen Liederkranzes und der VoicES aus Esslingen an das große Oratorium "Der Messias"; von Georg Friedrich Händel und beeindruckte mit Präsenz und Können.

Alle Tale macht hoch erhaben, und alle Berge und Hügel tief - bereits mit den ersten Takten der ersten Arie war das Publikum gefesselt. Klare Linien,  virtuose Läufe und Verzierungen bestimmen das Werk, das an diesem  Samstagabend aufgeführt wurde. Die ausdrucksstarken Stimmungen der Musik reichten dabei von tiefstem Schmerz und Leiden zu höchster Glückseligkeit und hielten den Hörer über zwei Stunden in Atem. Ob schwierige Koloraturen, eindringliche Melodiebögen oder dahinjagende Rhythmen - mit viel Präzision und Begeisterung präsentierte der Projektchor das Oratorium.
Damit kam nach eineinhalb Jahren intensiver Planung und Proben eine Chorkooperation zu ihrem Ergebnis. Denn dieses anspruchsvolle Konzert war nicht allein Leistung der Sänger des Liederkranzes, sondern auch der VoicES aus Esslingen. Seit Sommer 2009 hatten die beiden Chöre ehrgeizig miteinander geprobt, um Händels Messias gemeinsam auf die Bühne zu  bringen. "Es war eine Herausforderung, zusammen dieses anspruchsvolle Werk zu erlernen und hat uns allen großn Spaß gemacht", erklärt Katrin Lesemann, Mitglied und Pressereferentin des Liederkranzes. Über eine Freundschaft der beiden Chordirigenten Constanze Daneck von den Voices und Patrick Bopp vom Liederkranz, die beide zusammen in Stuttgart an der Musikhochschule studiert haben, war die Idee zur Kooperation zustande gekommen.
Besondere Herausforderung lag vor allem im klanglichen Zusammenführen der vielen Musiker, sowie den harmonischen und dynamischen Ausdeutungen, erklärten die beiden Leiter. Beim Dirigieren wechselten sich die beiden  während des Konzertes ab. Begleitet wurde der Projektchor einfühlsam und virtuos vom Kammerorchester Collegium Instrumentale aus Stuttgart. In rasenden Tempi, abwechslungsreicher Dynamik und einem guten Zusammenspiel zeigten die Musiker Routine und Können. Vielseitig und mitreißend sangen dazu die Solokünstler des Abends: Florian Löthe im Bass, Florian Cramer im Tenor, Margret Hauser im Alt, Johanna Zimmer im Sopran und Yannick Federmann als Knabensopran. Händels Messias, der im Jahr 1742 zum ersten mal aufgeführt wurde, ist inhaltlich in drei Teile strukturiert. Der erste Teil kündigt die Menschwerdung Gottes auf Erden an. Die großen, stimmgewaltigen Klangteppiche des Projektchores standen hier im Gegensatz zu den eindrücklichen, sanften Solopartien der Sänger. Die Melodieführung der Chöre ist, wie in den Soloarien, durchsetzt mit anspruchsvollen Koloraturen. Sänger und Orchester meisterten das schwierige Zusammenspiel mit Bravour. Lediglich die Intonation einzelner Chorstimmen geriet ab und an etwas tief und der Tenor fiel in Stimmstärke ein wenig gegen die anderen, stark besetzen Stimmgruppen ab. Besonders gefiel der  Knabensopran Yannick Federmann sowie in der Sopranarie "Erwach, frohlocke, oh Tochter von Zion", Johanna Zimmer mit erfrischender Leichtigkeit. Der  zweite Teil des Oratorium steht unter dem Zeichen der Passion und Auferstehung. "Er ward verschmähet und verachtet", sang Altistin Margret Hauser mit tragender Stimme eindringlich und vermittelnd. Anfänglicher Schmerz und Qual wandelt sich jedoch nach und nach in Jubel und mündete schließlich in das weltbekannte Halleluja, das mitreißend präsentiert wurde. Der dritte und abschließende Teil des Oratoriums handelt von der Offenbarung und dem Jüngsten Gericht. Stimmgewaltig und virtuos interpretierte Basssolist Florian Löthe die Widerauferstehung von den Toten und Tenor Florian Cramer und Altsolistin Margret Hauser besangen im Duett die Siegesmacht Gottes. Mit jubilierenden Trompetenstößen und der feierlichen Amen-Fuge kam das Stück schließlich zum Ende: Lang anhaltender, stehender Applaus.
Artikel vom: 17.05.2010


Artikel der Eßlinger Zeitung

Dramatisches Hallelujah

ESSLINGEN: Voices des Sängerbundes RSK und Liederkranz Steinenbronn führen Händels Messias im Münster St. Paul auf

Von Rainer Kellmayer

Dass der im April 1742 in Dublin uraufgeführte „Messias“ Georg Friedrich Händels bis heute zu den populärsten Beispielen geistlicher Musik gehört, zeigte sich am Sonntagabend im Münster St. Paul. Bei der Aufführung dieses Prunkstückes der Oratorienkunst durch den Chor Voices des Sängerbundes RSK und den Liederkranz Steinenbronn war der Besucherandrang derart groß, dass die Veranstalter zusätzliche Stühle aufstellen mussten.Die Eingängigkeit des Werkes gründet, mit der Weiterentwicklung des italienischen Oratorio durch Händel, in den elegant-strengen Instrumentalsätzen, den mal melodisch ausschwingenden, mal dramatisch gesetzten Arien und Ensembles und natürlich den vielgestaltigen, als Kommentare eingesetzten Chören. Ein weiterer Grund ist im Libretto zu suchen. Hier werden Kernelemente der christlichen Lehre in Musik umgesetzt. Der erste Teil behandelt die Ankündigung und Geburt Christi, der zweite Passion und Auferstehung, der kurze dritte Teil ist ganz Tod und Erlösung gewidmet.Eine erfrischend kurzweilige, gleichwohl tiefgründige Lesart von Händels Meisterwerk boten Constanze Daneck und Patrick Bopp, die sich im Dirigat kollegial abwechselten. Während Daneck Chor und Instrumentalisten mit energischer Zeichengebung auf Kurs hielt, setzte Bopp auf sparsamen, jedoch punktgenauen Taktstockeinsatz, gestützt auf persönliche Ausstrahlung. Das Ergebnis: eine sensibel ausgesteuerte, kluge Tempogestaltung, ein Spannungsfeld zwischen Emphase und himmlischer Ruhe, gepaart mit gelegentlichen opernhaften Aufschwüngen.

Spröde Höhenlagen

Der gut präparierte Chor fand nicht nur im berühmten Hallelujah zur dramatischen Aussage - er erwies sich auch als elastischer Klangkörper, der die ganze dynamische Bandbreite zwischen zartem Piano und ekstatischem Forte durchschritt. Da spielte es kaum eine Rolle, dass manche Höhenlage etwas spröde geriet und die Koloraturen, vornehmlich in den Männerstimmen, nicht immer die notwendige Prägnanz erreichten. Begleitet wurden die Vokalisten vom Collegium Instrumentale Stuttgart, welches mit präzisem Einsatz Chor und Solisten den orchestralen Teppich legte. Aus dem homogenen, intonationsreinen Instrumentalklang leuchteten solistische Glanzlichter hervor: In der Sopranarie „Wenn Gott ist für uns“ umwoben die geschmeidigen Girlanden der Solovioline von Julia Glocke die Singstimme, und der Bassarie „Sie schallt, die Posaun“ setzte die makellos gespielte Piccolotrompete Johannes Knoblauchs die Krone auf. Ähnlich niveauvoll agierten die Gesangssolisten, allen voran Johanna Zimmer, die den Sopranpart mit glockenheller Stimme umsetzte. Florian Cramer überzeugte in den Rezitativen mit klarer Diktion, wirkte jedoch in den Höhen der Tenorarien stimmlich nicht immer frei. Die Altistin Margret Hauser steuerte fein timbrierten Wohllaut bei, und der Bassist Florian Löthe hatte seine stärksten Momente in der packenden Arie „Warum denn rasen und toben die Heiden im Zorne“.

Artikel vom 18.05.2010 © Eßlinger Zeitung