"Beerlesklopferball" heißt der traditionelle Fasnetsball im Bürgerhaus Steinenbronn nach einem mittelalterlichen, nicht sehr ruhmvollen Gerücht um die Steinenbronner. Auch hier: Programm bis in die spätesten Abendstunden, Tanz bis in die frühesten Morgenstunden. Prominenz aus Hollywood war da, lehnte im Doppelpack mit schwarzer Sonnenbrille an der Bar und trank Limonade, Paare schwebten zur Instrumentalversion von "It's now or never" über die Tanzfläche, Gäste aus Leinfelden, die partyseligen "Filderer" waren zugegen. Sie sind es auch, die die Steinenbronner im nächsten Jahr zu sich einladen möchten, denn deren sechsköpfiges "Männerballett" machte großen Eindruck auf sie. Es wurde, wie das gesamte Programm, in dem sich kabarettistische Spitzen, Jahresrückblicke und Gesangseinlagen abwechselten, ausschließlich von Mitgliedern des Liederkranzes bestritten. "Wir waren so gut!" freute sich Peter Bieg, der Vorsitzende des Liederkranzes, über den Erfolg des Männerballetts.

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So sehr können Meinungen auseinander gehen! Im großen Saal des Steinenbronner Bürgerhauses saß zur selben Zeit eine feucht-fröhliche Clique beieinander und feierte. Die Frauen nannten sich die "schicken Steinenbronner Mädels", waren aber so verführerisch orientalisch gekleidet, dass man sich unwillkürlich umschaute, ob Major Nelson und Major Healy nicht auch vor Ort waren. Und sie waren auch nicht alle aus Steinenbronn. Eine dieser Jeannies zumindest, in närrischer Absicht angereist vom Bodensee, samt ihrem Gatten, der sich vom kritischen Wortschwall seiner Frau distanzierte, hatte viel zu wenig Spaß, beim "Männerballett": "Es hat gewabbelt und geschwabbelt", klagte sie. Die "Chippendales" wären ihr lieber gewesen. Allgemein hielten die Damen mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg: "Axel Hornung ist der beste Tänzer und der Klaus hats im Knie, der ist nur über die Tanzfläche gehumpelt!"

Sindelfinger Zeitung vom 12.12.07